Transmediales Storytelling und Story-Welten

Der Begriff transmediales Storytelling wurde 2006 geschaffen von Henry Jenkins, damals Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er prognostizierte, dass Geschichten in vielfältigen medialen Formaten nicht-linear erzählt und wieder weitererzählt würden.

Transmedia bedeutet dabei, dass jedes Medium einen eigenen Baustein oder Mosaikstein bildet und über verschiedene Kanäle verteilt wird. Jedes einzelne neue Element erweitert im Idealfall die Kerngeschichte auf spannende Weise und reichert sie an. Die „Ur-Geschichte“ bleibt im Zentrum der Storywelt und andere Geschichten docken daran an, um die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen oder verschiedene Fortsetzungen zu entwickeln und um auf diese Weise für die Rezipienten ein ganz besonderes Unterhaltungserlebnis zu schaffen.

Transmediales Storytelling schafft ein „Story-Universum“ oder eine „Story-Welt“. In vielen Storytelling-Büchern werden die Star-Wars-Filme als Beispiel genannt für ein solches Geschichten-Universum. Im Lauf der Zeit wurde mit den Star-Wars-Filmen eine eigene Welt erschaffen, mit mehreren Zeitebenen, mehreren Hauptfiguren, eigenen Handlungen. Trotz der fernen, futuristischen Welt gehören die Themen, um die es geht, zum traditionellen kulturellen Repertoire mit dem Vater-Sohn-Konflikt, Liebe und Verrat und dem großen Erzählthema Gut gegen Böse.

Die Star-Wars-Welt wurde im Lauf der Jahre in mehrere Geschichten fragmentiert und in neue Sequenzen aufgeteilt. Nach und nach sind zu den Filmen noch unabhängige Serien, Video- und Onlinespiele und Printprodukte hinzugekommen. Jede Publikation kann für sich alleine stehen, in ihrer Gesamtheit ergeben sie eine eigene Geschichtenwelt, eine Story-Welt.

Die Entwicklung eines Story-Universums wird im Buch „Storytelling für Dummies“ jedoch nicht weiter vertieft. Denn um ein solches Story-Universum auf- und auszubauen sowie auf den verschiedenen Plattformen zu verbreiten, braucht es enorme personelle und finanzielle Ressourcen – und damit gehört die Entwicklung von Story-Welten nicht unbedingt zu den alltagspraktischen Möglichkeiten für das Storytelling kleiner und mittlerer Unternehmen.